
Zeitzeugenberichte
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Einblick in Zeitzeugenberichte Band II und III
Druckreif im Oktober 2011
Am 23. August 1944 wechselte Rumänien die Fronten und wurde sowjetischer Verbündeter. Alle Deutschen wurden zu
Kollaborateuren Hitler-Deutschlands und zu Faschisten erklärt, die man entrechtete und der Willkür des Pöbels
auslieferte.
Das Interesse am von mir im Eigenverlag herausgebrachten Buch “Zwangsarbeit in Rumänien 1950 – 1961 Oral
History“
hat mich veranlasst, einen Aufruf in die Zeitungen der Rumäniendeutschen zu setzen, indem ich eine Plattform
anbot,
Zeitzeugenberichte aus der Nachkriegszeit bis heute 2011 zu publizieren.
Das Festhalten und Veröffentlichen der Ereignisse dieser Jahre ist besonders wichtig, da sie eine europäische,
Jahrhunderte alte Kultur so erschütterte, dass, als sich nach einem halben Jahrhundert die Möglichkeit bot,
über
90 Prozent der Deutschen Rumäniens ihre Heimat verließen.
Der Aufruf hat Früchte getragen über 50 Zeitzeugenberichte sind eingegangen.
Mehrere Zeitzeugenaussagen wurden handschriftlich eingesandt, da die Autoren heute meistens zwischen 70 und 89 Jahre alt sind.
Oft sind es Aufzeichnungen die die Leute für ihre Enkel geschrieben haben. In meinem Aufruf habe
ich um maximum 8 DIN A4 Seiten gebeten. Bekommen habe ich von einer Dame 48 handgeschriebene Seiten,
mit der Bitte das, was ich als wichtig finde zu veröffentlichen. Andre schickten mir ihre
veröffentlichten Bücher mit derselben Bitte. Wichtige Berichte habe ich auch aus der
Siebenbürgischen- Banater- und Buchenlandpresse beigefügt.
Es forderte einen großen Arbeitsaufwand alles in den PC einzugeben und unter einen Hut zu bringen.
Großartig fand ich es, dass Frau Carmen Kraus aus Landsberg am Lech sich gemeldet hat und mich
Laien bei meiner Arbeit mit Profitricks unterstützt.
Einblick in einige Zeitzeugenberichte:
Freikauf der Rumäniendeutschen
Die Rumäniendeutschen standen im Mittelpunkt einer Tagung, die vom 5. bis zum 10. Dezember 2010 an der Akademie
Mitteleuropa im bayerischen Bad Kissingen stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung, an der Gäste aus
Deutschland, Rumänien und der Schweiz teilnahmen, von Studienleiter Gustav Binder. Besonderes Interesse erregte
ein Vortrag, den Ernst Meinhardt über den „Freikauf der Rumäniendeutschen“ hielt. Der Redakteur der Deutschen
Welle (Berlin) legte eine Übersicht aller Pro-Kopf-Beträge vor, die für ausgereiste Banater Schwaben und
Siebenbürger Sachsen von 1969 bis 1989 von Bonn nach Bukarest geflossen sind.
Langwierige Ausreise gegen viel Geld
Von Hans-Joachim Acker
Wir schrieben das Jahr 1962. Wir, das war meine engere Familie in Bukarest, Eltern und Bruder, der Rest der
Familie lebte in Siebenbürgen, d.h. in Hermannstadt und Mühlbach......
......Seit Jahr und Tag bemühten wir uns um eine Ausreisegenehmigung zu den Eltern meiner Mutter, dem
ehemaligen, langjährigen Stadtpfarrer und Dechant der evangelischen Kirche in Bukarest Hans Petri und seiner
Frau, die seit 1951 in Leonberg bei Stuttgart lebten......
Grenzen wandern – Wir wandern über Grenzen
Erich von Möller
Es war die Zeit meines 12. Geburtstags im September 1944, als Mutti mich über die seit Trianon geschaffene
Grenze der neuen Staaten Rumänien/Jugoslawien nahm. Im Pferdewagen ging’s zur Grenze bei Zerny. Die rumänischen
Grenzsoldaten blätterten nur in dem Pass und gaben ihn an meine Mutter zurück, hoben den Schlagbaum und ließen
uns durch. Auch auf der anderen Seite angekommen, machten die Grenzer damals keine Schwierigkeiten und wir
fuhren weiter auf unsere Puszta bei Itabeh.........
......Der Kampf mit den kommunistischen Partisanen war damals schon auch im Banat {Woiwodina} in Gange geraten!
Die großen mit Kukuruz {Mais} bestellten Flächen gaben ihnen willkommene Deckung, die Stauden standen, schon
der glänzenden guten Erde wegen, bis zu zwei Meter hoch......
Der Schwarze Kirche Prozess
Ernst Peter Hönig
Verhaftung
Am 25. Juli 1958 wurde ich zu einer Bestandsaufnahme, zur Cooperativa (Genossenschaft) nach Rosenau geschickt.
In der Mittagspause kam der Präsident der Genossenschaft (Inzwischen war der Parteisekretär Mosteanu aus
Kronstadt Präsident der Cooperativa geworden) und bat mich zu sich ins Büro um noch einiges mit mir zu
besprechen. Wir saßen in seinem Büro, ich wunderte mich, dass er nur über belanglose Dinge zu sprechen hatte,
als es an die Türe klopfte und ein junger Mann nach dem Genossen Hönig fragte. Ich stand auf und sagte, dass
ich es sei, worauf er mich aufforderte vor die Türe zu kommen, da er mir etwas zu sagen hätte. Als wir vor die
Türe traten, stand da ein zweiter Mann, mit der Pistole im Anschlag und ich wurde aufgefordert mitzugehen. Vor
dem Haus stand ein schwarzer BMW und im Eiltempo ging es zur Securitate nach Kronstadt.......
Unser Auslandsurlaub 1969
Walter Schlandt
Seit 1962 hatte ich eine Ru-Nr. und habe auch mehrfach versucht, einen Besuch in die Bundesrepublik genehmigt
zu erhalten. Das letzte Mal sagte man mir beim Passamt kategorisch: „Es ist nicht in unserem Interesse, einen
Ingenieur zu verlieren, damit Adenauer einen Soldaten mehr hat.......
Unsere Ausreisebemühungen
Christof Hannak
Nach dem Umsturz vom 23. August 1944, also nach dem Frontwechsel Rumäniens von der deutschen auf die
sowjetische Seite gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, haben viele Sachsen aus Südsiebenbürgen überlegt, ob sie
mit der deutschen Wehrmacht das Land verlassen oder in ihrer Heimat bleiben sollen.......
Zufall oder Schicksal? Ein Freikauf aus dem Kommunismus
Christian Jacobi
Meine Vorfahren haben als Siebenbürger Sachsen ihre letzten 300 Jahre in Reps gelebt, wo ich am 23. August 1930
geboren wurde. Mein Großvater wollte Pharmazie studieren, verkaufte daher unser altes Haus in Reps und
übersiedelte nach Bukarest, wo er nach dem Studium Apotheker wurde. Mein Vater folgte seinem Vater und wurde
auch Apotheker in Bukarest........
Sperren wir ihn ein oder lassen wir ihn laufen?
Eigener Bericht
......Unter den Akten welche die Securitate über mich angelegt hatte fand ich 2010 bei der C.N.S.A.S. in
Bukarest (Rumänische Gauck-Behörde) auch die handschriftliche Abschrift meines Briefes an den Vorsitzendem der
Kunstfotografen, in dem ich ihn um Hilfe bat und über meine Aktivität berichtete.

Von 1978, als ich in die Öffentlichkeit mit meinen Vorträgen getreten bin, wurde ich, wie es die Unterlagen der
Securitate belegen, in ihre streng geheime Aufsicht eingereiht. Meine unmündigen Kinder, meine Eltern, Freunde
aus dem In und Ausland wurden ausfindig gemacht und wie es die Belege zeigen in eine Kartothek
weitergeleitet.

Von der Securitate handschriftliche erstellte Kopie meines Briefes in dem die Ortschaften wo ich Vorträge
gehalten hatte unterstrichen wurden
Mehrere Personen haben Aussagen über mich machen müssen und es mir danach anvertraut. Bei den Vorträgen musste
ich jedes Wort blitzschnell überlegen bevor ich es aussprach. Ein Fehler und die Meinigen hätten vergeblich auf
meine Heimkehr gewartet. Ich durfte das Wort Hermannstadt, Kronstadt und andere deutsche Ortsnamen nicht
benützen. Ich sagte statt dessen „Stadt unter der Zinne (unser Hausberg) „Stadt am Zibin“ für Hermannstadt.
Meine Stimme versagte mir 1980 bei einem Vortrag in Großschenk. Meine Stimmbänder verkrampften sich und sind
bis heute verkrampft geblieben........
Die Zeitzeugenaussagen sind an alle Autoren zur Einsicht und letzten Korrekturen hinausgegangen.
Es werden 2 Bücher werden.
Interessenten können sich bei mir vormerken.
www.wilhelm.roth@gmx.de
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