
Straftat
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Straftat
Als ich in den 70er Jahren in der Flugzeugfabrik im nuklearen Labor arbeitete und eine Verordnung kam das man keine
Fotoapparate in die Fabrik mitbringen dürfe, nahm ich eine Filmschachtel, machte ein kleines Loch in den Deckel und
überklebte das Loch von innen mit einem dünnen Stanniolstreifen aus einem Kondensator. In diesen machte ich dann ein
ganz feines Loch mit einer Nadel.
In der Dunkelkammer legte ein Stück Film in den Boden der Filmschachtel, schloss die
Schachtel und stellte sie auf einen Schrank in die Werkhalle.
Hoffentlich klaut mir nicht jemand die schöne Schachtel. Das dieses meine Lochkamera war darauf wäre bestimmt niemand gekommen.
Am nächsten Tag entwickelte ich den Film. Zu sehen war ein interessantes Bild. Eine menschenleere Halle. Durch die
Sonnenstrahlen, die durch die Werkhalle, von früh bis spät, gewandert waren, hatten sich die Schatten bewegt. Dazu kam
noch die Nachtbeleuchtung. Die Schärfe des Bildes ließ wegen der Struktur des Röntgenfilmes zwar etwas zu wünschen übrig
aber sonst war es ein gutes Negativ.
Experiment „Lochkamera“ gelungen und mit Vernichtung des Negatives abgeschlossen.
Als im Alter von 15 Jahren mein Arbeitsleben anfing, fragte ich einen Kollegen: „Welches ist die schönste berufliche
Tätigkeit?“ „Apparatebauen“, war seine Antwort.
Ja da war was dran.
Das oben Geschilderte war eine Herausforderung für mich.
Jahre später sagte mir die Laborleiterin: "Wenn ich etwas von dir wollte, musste ich dich nur fragen, wie man dass machen
könne und gleich warst du voll dran."
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